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Tonstudios / Rundfunk u.ä
 

FeinsteMusik-BestesBild ist kein Hifi-Geschäft im herkömmlichen Sinne. Uns geht es in allererster Linie um die große Freude und Begeisterung an der Musik und am Film. Deshalb führen wir regelmäßig auch weiterreichende Veranstaltungen durch.
Ein Baustein dazu sind produktbezogene Events, siehe dazu die entsprechende Rubrik weiter oben. Im folgenden wollen wir die nicht produktbezogenen Events vorstellen. Regelmäßig führen wir Besuche zu Aufnahme- / Tonstudios oder zu ähnlichen Orten fachlicher Weiterbildung durch, zu denen wir auch unsere Kunden selbstverständlich immer gerne einladen

  Internationales Symposium des WDR zu Multikanal, Juni 2005

  Polyhymnia-Aufnahme Studio, Baarn, NL, September 2005

  Unser Statement zu Stereo versus Multikanal

  Grosse Videopremiere in Full-HD von DJ Bobo, März 2007



Internationales Symposium des WDR zu Multikanal, Juni 2005

Ende 2005 führte der Westdeutsche Rundfunk in Köln ein internationales Symposium zu „Mehrkanaligkeit im Rundfunk“ in Köln durch, verbunden mit einem 2 Tage-Seminar der Schule für Rundfunktechnik, Nürnberg.
Diese Veranstaltung sollte zeigen, was qualitativ heute im Bereich Mehrkanal machbar ist. Wir sind recht stolz, dass sich der WDR die dafür notwendige Wandler- und Laufwerkstechnik bei uns ausgeliehen hat!



Im folgenden Auszüge aus einem Referat von Herrn Petermichel vom Österreichischen Rundfunk, OE-1, in dem eigentlich alle relevanten Aspekte genannt werden:
„Es besteht für den Rundfunk ein Handlungsbedarf. Der Kunde ist in den letzten Jahren durch z.B. Kino oder Open Air Veranstaltungen wesentlich anspruchsvoller in seinen Hörgewohnheiten geworden. Es hat sich eine ‚Erlebniserwartung’ herangebildet. Dieser Erlebniserwartung gerecht zu werden, ist für den Rundfunk viel eher mit einer Multikanalsendung möglich als mit herkömmlichem Stereo.
Der österreichische Rundfunk hat auf dem Satellit Astra einen neuen Sender installiert ‚OE1DD’. DD steht hierbei für Dolby-Digital. Es werden ca. 5 Sendungen pro Woche in Mehrkanal ausgestrahlt, davon 90% Eigenproduktionen und ca. 10% der Tonträgerindustrie. Alle restlichen Sendungen werden in Stereo ausgestrahlt. Die Anzahl an mehrkanaligen Sendungen soll sukzessive erhöht werden.
Eine mehrkanalige Sendung kann nur digital ausgestrahlt werden, da für 5 oder 6 analoge Signale die vorhandenen Frequenzen viel zu dicht besetzt sind. Außerdem gäbe es nicht zu beherrschende Phasenprobleme.
Voraussetzung dann: Der Hörer benötigt einen Digitaldecoder. Hat er oft schon für das Fernsehen, ist aber auch nicht teuer.

Aufstellungsplan der Lautsprecher ist zwar aus der Klangtechnik des (Heim)-Kinos abgeleitet, aber das ist jetzt ein gut eingeführter Standard, deshalb möglichst beizubehalten. Vorteil auch: viele Hörer haben durch das Heimkino bereits eine jetzt auch für Audio einsetzbare Multikanal-Hifianlage.
Vorteile von Multikanal:
  • natürlicheres Klangbild
  • weniger Kunsthall, Komprimierung
  • Verstärkung der realen Räumlichkeit
  • Erweiterung der Bassabbildung (einfach mehr Membranfläche)
  • Stabilisierung der Mittenortung
  • Erweiterung der Informationsdichte
  • die Atmosphäre wird deutlich besser und authentischer übermittelt
  • höhere Dynamik und Energiedichte
Ziel: ‚envelopement’ = Umspülen, Umfassen, Umhüllen des Hörers mit Musik
Die Kosten einer Mehrkanalproduktion (plus obligater Stereospur) liegen (nur) um ca. 10% bis 15% höher als bei einer reinen Stereoproduktion.
Die anfängliche Skepsis der Aufnahmetechniker, man würde beim Downmix von jetzt zwei Versionen (Multikanal und Stereo) der Stereospur weniger Aufmerksamkeit widmen können als früher, Stereo würde dann im Vergleich zum bisherigen hohen Standard weniger gut ausfallen, hat sich als unbegründet erwiesen. Es hat sich in der Praxis überhaupt kein Problem ergeben.

Die Erweiterung von Stereo auf Multikanal kann eine vergleichbar große Bedeutung wie diejenige von Mono auf Stereo vor gut 40 Jahren haben.“ (Ende Referat H. Petermichel, ORF)



Polyhymnia-Aufnahme Studio, Baarn, NL, September 2005





Das Tonstudio Polyhymnia ist ein Management Buyout des ehemaligen Philips Classic Recording Centre, gelegen in Baarn, 30 km östlich von Amsterdam. Neben dem eigenen Label Pentatone werden eine Reihe von Produktionen für andere Labels durchgeführt. Teilweise sogar außerhalb Europas, was angesichts der Materialschlacht von mehreren Tonnen für eine einzelne Aufnahme in der Branche absolut unüblich ist und somit ein Indikator für die herausragende qualitative Stellung von Polyhymnia darstellt. Dieses Tonstudio gilt als das bestbeschäftigste Aufnahmeteam der europäischen SACD-Produktion.
Mitinhaber Jean-Marie Geijsen lud auf die freundliche Empfehlung von Meik Wippermann von Allegro Hifi aus Kassel/Kaufungen dazu ein.

Ein solcher Besuch beginnt immer mit einer Betriebsbesichtigung, zunächst des Lagers, das man von seiner Größe bestimmt nicht mit einem Tonstudio in Zusammenhang bringen würde. Besonderer Augapfel im Lager ist natürlich das Herz der Technik, der Analog-Digital-Wandler. Wir konnten Dutzende von dCS und insbesondere EmmLabs Meitner erspähen – jedoch in für unsere Augen nicht ganz liebevoller Art der Einlagerung (es sei diesen echten Profis verziehen).

Nach der Betriebsbesichtigung zieht es uns und die mitgekommenen Gäste natürlich magisch in die Studios, von denen es dort 5 größere gibt.



Es ist kein Geheimnis, dass Polyhymnia auf Lautsprecher von B&W setzt und damit ist die erste heiße Diskussion natürlich vorprogrammiert. Denn es gibt wohl keinen Lautsprecher neben Bowers&Wilkins über den so viele Meinungen und sogar konträre Einschätzungen kursieren. Unser Statement dazu: bei Polyhymnia klingen sie wirklich gut.

Als nächstes fällt auf, dass dort gar nicht so viel Aufhebens um Kabel, Geräte oder gar Gerätefüße usw. gelegt wird. Fast kommt man sogar zu dem Eindruck, dass mit der Technik ein etwas großzügiger Umgang gepflegt wird ...



Beim nächsten Umschauen fällt der Blick auf die Wände und erst beim richtig genauen Hinsehen fällt auf, dass die Räume innen nicht völlig symmetrisch sind und dass es ganz spezifische Wandelemente gibt, bei denen sich breitbandige Absorption mit Bassabsorption und Diffusion in einem zunächst undurchschaubaren System abwechseln. Dieses System ist so ausgeklügelt und perfektioniert, dass es eigentlich nicht einen einzigen Flecken üblicher Wand gibt. Als nächstes fällt der Blick an die ca. 5 m hohe Decke und man entdeckt auch dort eindeutig der Raumakustik zuordbare Strukturen.
So langsam dämmert auch dem letzten, warum es hier so gut klingt.
Die Studios wurden 1973 gebaut, damals eine Hochzeit der Plattenproduktion. Es wurden weder Mühen noch Kosten gescheut, das absolut Beste zu konstruieren, das auch heute noch absolut masstabsetzend ist.

Anschließend an das Staunen kommt natürlich das Hören. Wir hören uns durch die verschiedenen neuesten Produktionen von Pentatone und steigern uns zu Masterbändern von Produktionen, die erst noch veröffentlicht werden.
Allerdings hat jeder von uns und unseren Gästen noch einen ganz speziellen Wunsch, dessen Vorfreude die Stunden der Hinfahrt völlig vergessen lässt: Seine eigene mitgebrachte CD oder SACD einmal im großen Tonstudio anzuhören. Aufgrund unser guten Freundschaft ist auch das kein Problem bei Polyhymnia.
Ein solches Wochenende mit einem meistens sehr späten Samstag vergeht leider immer viel zu schnell.



Unser Statement zu Stereo versus Multikanal


In obigen Ausführungen ist auffallend, das wir uns regelmäßig mit der im Audiobereich neuen Multikanaltechnik befassen.
Weiterhin ist klar, dass sich die multikanale Tontechnik im Film und damit Heimkino fest etabliert hat und dort nicht mehr wegzudenken ist (neuere Entwicklungen gehen sogar zu noch mehr Kanälen im Film).

Heute, in 2006, müssen wir jedoch feststellen, dass die Propagierung der Multikanaltechnik im Audiobereich etwas auf dem Rückzug gegenüber der Entwicklung in 2003/04 zu sein scheint. Wir sehen dies jedoch eher als einen periodischen Zwischenschritt, wie im folgenden klar werden wird.

Zunächst ist es nicht richtig, Multikanal für sämtliche Anwendungen und generell als das Bessere zu bezeichnen, wie das von manchen Vordenkern zunächst etwas vorschnell propagiert wurde. Wir haben festgestellt:
  • Es kommt sehr auf den Raum an und nach unserer Erfahrung gibt es einen eindeutigen Zusammenhang zur Raumgröße: je kleiner der Raum, desto eher ist Stereo im Vorteil, je größer der Raum, desto stärker greifen die Vorteile von Multikanal. Das ist eigentlich auch logisch, weil man in einem größeren Raum mit mehreren Lautsprechern die Musik viel gleichmäßiger und damit auch mit weniger Verzerrungen verteilen kann.
  • Sehr relevant ist auch die Qualität des Zuspielers und der Lautsprecher. Nach unserer Erfahrung wird der Centerkanal oft erheblich unterschätzt. Bei Multikanal laufen aber alle Stimm- und Gesangsszenen nahezu ausschließlich über den Center. Ist dieser dann gegenüber den Hauptkanälen (Wandlertechnik und/oder Lautsprecher) schlechter, dann geht die Gesamtperformance deutlich in den Keller. ‚Einsparungen’ kann man jedoch recht gut bei den Rearkanälen machen.
  • Großes Hindernis bei reinem Multikanal-Audio ist, dass der Abstand von allen Lautsprechern zum Hörer nahezu gleich groß sein soll. Das ist jedoch in nahezu allen Wohnzimmern, in denen die große Mehrzahl der Audioanlagen stehen, praktisch unmöglich. Ausweg ist hier die Einschleifung eines Videoreceivers, der unterschiedliche Abstände und Laufzeitverzögerungen kompensieren kann (ggfs. Nachteil aber dann dessen nicht ganz so hohe Wandlerqualität, denn eine Korrektur ist nur vor der Digital-Analog Wandlung möglich).
  • Nächstes großes praktisches Hindernis ist es, der Ehefrau/Partnerin beizubringen, dass man jetzt 6 gegenüber vorher 2 Lautsprecher im Wohnzimmer aufzustellen gedenkt. Dies stellt sich zu Gunsten des Hausfriedens meist als undurchführbar dar ... Hinzu kommt noch, dass die meisten Stereohörer ihre Elektronik vorne in der Mitte zwischen den Lautsprechern aufgebaut haben. Dieser Raum würde jedoch vom Center benötigt, so dass dann die Unterbringung der Elektronik weitere Platzprobleme aufwirft.

Vorab-Resumée: Bei all diesen praktischen Umsetzungsproblemen wird klar, warum sich Multikanal im Audio bisher nicht so richtig durchsetzen konnte. Die Vorteile sind in der üblichen Hörsituation der Anlage im heimischen Wohnzimmer praktisch schwer umsetzbar.
Anders jedoch bei Hörern mit eigenem Hörraum. Hier haben wir einige Kunden mit überzeugenden Anlagen, die auch nicht mehr auf Stereo zurückgehen werden.

Ausblick: Ein noch nicht genanntes Handicap der Multikanaltechnik scheint auch zu sein, dass es bisher kaum speziell auf diese Technik komponierte Stücke gibt (ganz anders als beim Film). Bisher war es meist so, dass lediglich stereoorientierte Stücke auf Multikanal erweitert wurden. Daß man damit natürlich das Potential der neuen Technik nicht ausreizt, ist eigentlich klar. Aber es braucht einen gewissen Lernprozess, bis die an der Musikentstehung Beteiligten sich auch mit den neuen technischen Möglichkeiten vertraut gemacht haben und sie dann entsprechend nutzen.
Wir glauben, dass wir jetzt in 2006 gerade an diesem Punkt angelangt sind. Diejenigen, die Musik schreiben, entdecken gerade erst die neuen Möglichkeiten. Diejenigen wenigen davon, die sie schon entdeckt und umgesetzt haben, haben teilweise Stücke vorgelegt, die zu Zeiten des Stereotons undenkbar waren. Als Beispiel wäre zu nennen die Musik-DVD von ‚Jarre in China’ (Warner 5050467-6960-2-0). Das, was Jean Michel Jarre hier für die Multikanaltechnik komponiert hat (bzw. ältere Stücke umkomponiert), kann man nur als sensationell bezeichnen. Eine derartige Komplexität des Klangbildes und beeindruckende Vielschichtigkeit ist mit Stereo undenkbar. Gegen einen solchen Mehrkanalton ist Stereo eine lahme Ente.
Hinzu kommt in diesem Fall die ebenfalls sehr beeindruckende Qualität der Bilder. Bild und Ton gehen eine derart überzeugende Symbiose ein, dass vieles Bisherige dagegen blass erscheint.

Demnach glauben wir, dass die große Zukunft der Mehrkanaligkeit im Audio erst noch kommt. Möglicherweise wird es stärker über das Medium DVD gehen, das den großen Vorteil des zusätzlichen Bildes bietet und den bisherigen Nachteil der gleichen Hörabstände durch die üblichen AV-Receiver/ -Prozessoren umschifft. Das bisherige Medium SACD wird für Multikanal weiterhin als qualitatives Topprodukt die audiophile Spitze bilden.
Die SACD für Stereo wird wegen ihrer Klangvorteile gegenüber der CD bestehen bleiben ohne dass sie eine Marktdurchdringung wie damals die CD erfahren wird. Im oberen Qualitätsbereich wird sie jedoch mit Sicherheit eine deutlich signifikante Zukunft haben, nicht zuletzt weil die maximale Qualität für alle mittleren und kleineren Labels ein hervorragendes Profilierungsinstrument gegenüber den Majors darstellt.



Grosse Videopremiere in Full-HD von DJ Bobo, März 2007


Im März 2007 bekamen wir einen interessanten Auftrag: gesucht wurde nach einer HD-Projektion, aber nicht in einem üblichen ‚Heimkino’ sondern in einem angesagten Frankfurter Club (King Kamehameha), dort in einem grossen Saal für ca. 200 Personen und mit signifikantem Restlicht.
Es kam wie es kommen musste: wir marschierten mit unserem Sony Pearl VW-50 ‚unter dem Arm’ an und ernteten gleich ein schallendes Gelächter von der Truppe, die für die PA-Toninstallation beauftragt war und ihr Material mit einem 7,5-Tonner herbeigeschafft hatte. Die Frage, was wir denn mit diesem Spielzeug vorhätten, liess sich gleich mehrmals nicht vermeiden …
Nun ja, hinterher haben wir gelacht! Der Sony hat es nämlich fertig gebracht in dem grossen Saal und mit erheblichem Restlicht ein fabelhaftes Filmbild auf die 4,50 Meter breite Leinwand zu werfen (siehe Bild).

Es war die Filmpremiere für ein Video, mit dem DJ Bobo im Sommer 2007 beim European Song Contest mit „Vampires are alive“ sein Heimatland Schweiz vertreten würde. Das Video war in Full-HD gedreht und für eine solche Projektion mussten die gängigen PA Ton- und Bildausrüster der hiesigen Gegend wohl alle passen.

Zwar waren wir unserer Sache auch nicht ganz sicher (die Menge des Restlichts konnte uns vorher natürlich keiner genau sagen) aber die angespannten Mienen wichen schnell dem Erstaunen, wie sensationell gut der Sony sich unter diesen sehr schwierigen Bedingungen schlug.
Anders formuliert: dieser Auftrag war auch ein frappierender Beweis dafür, in welch enorm hohe Qualitätsregionen die Projektortechnik inzwischen vorgedrungen ist, die eigentlich nur für einen (anspruchsvollen) Heimanwender konstruiert wurde.


Projektion mit Sony Pearl VW-50 im King Kamehameha Club, Frankfurt a.M. auf eine 4,50 Meter breite Leinwand. Anm.: das reale Filmbild wird auf diesem Foto durch die Mischbelichtung der Fotokamera deutlich in Kontrast und Schwarzwert vermindert.